Experte Dr. Holger Bahr

Golfen macht Spaß – Aktien auch.

Golfen und Geldanlegen – sympathische Parallelwelten

Gerade am Anfang einer Golfsaison ist die Vorfreude groß. Endlich wieder auf den Platz und in der Natur die Schläger schwingen. Einfach nur losspielen, einfach nur Spaß haben. In diesem Jahr gilt das sicherlich in besonderem Maße, wenn wir an den Corona-bedingt verschobenen und holprigen Saisonstart denken. Sowohl für Profis als auch für uns Hobbygolfer wurde der Turnierkalender so arg ausgedünnt. Ambitionierte golferische Ziele für die Clubmeisterschaft oder die Handicap-Reduzierung dürften vielfach in den Hintergrund gerückt sein.

Ist die Saison 2020 also schon jetzt eine verlorene Saison? Mitnichten! Ganz im Gegenteil: Die Corona-Krise dürfte auch für Golfer eine Art Rückbesinnung auf das Wesentliche bei diesem wunderbaren Hobby mit sich bringen. Es ist ein Spiel! Dabei darf der Spaß nicht fehlen! Mehr noch: Mit Freude an den Ball zu treten ist quasi essentiell für ein gutes Golfspiel. Anders herum: Wenn die Lockerheit für die hochkomplexe Bewegung des Golfschwungs fehlt, wird es auch eine mühsame Runde. Schlimmer wird es noch, wenn überehrgeizige Ziele und Wunschvorstellungen zu einer echten Belastungen für uns Golfer heranwachsen.

Konzentration statt Hektik

Golfen sollte also Spaß machen. Gleiches gilt meiner Überzeugung nach auch für Aktien wenn auch nicht für jeden einzelnen Tag, das haben wir gerade in den vergangenen Monaten erleben müssen. Bei der Geldanlage gab es keine Saisonunterbrechung, das Wertpapierdepot wurde auch in der Corona-Krise täglich berechnet. Von Mitte Februar bis Mitte März nahm der Depotwert dabei erheblich ab, was wirklich kein Spaß war. Aber soll Verbitterung ein angemessener Anlegerreflex sein? Oder hektisches und verkrampftes Suchen nach heißen Tipps, um die zwischenzeitlichen Buchverluste unverzüglich wieder wettzumachen?

Moment mal, woran erinnert sich der wertpapieraffine Hobbygolfer, wenn der Abschlag rechts ins Rough abgedriftet ist? Besser jetzt nicht verkrampft versuchen, das Eisen um den Baum und über den Teich auf ein mit Bunkern gut geschütztes Grün zu schlagen! Genau, besser konzentriert einen sicheren Schlag auf das Fairway und dann die Fahne attackieren. Mit Anspannung das Risiko unangemessen zu erhöhen, führt häufiger zum Strich an einer Bahn als zu einer heroischen Geschichte an Loch 19.

Langfristiger Erfolg

Ich bitte es richtig zu verstehen, Golfen und Aktienanlage mit Spaß in Verbindung zu bringen ist keine Absage an Erfolg, sondern gar ein Plädoyer für eine gesunde Ernsthaftigkeit, eine klare Fokussierung und einen zielführenden Ehrgeiz. Golfende Geldanleger leben diese sympathischen Parallelen mit einer positiven Einstellung und der Selbstverständlichkeit, dass Golfen auch im Wettbewerb ein faszinierender Sport und die Aktie die renditeträchtigste Anlageklasse ist. Das macht Fehlschläge und Börsenkorrekturen nicht zum Vergnügen. Doch mit innerer Überzeugung und Spaß an die Sache zu gehen verspricht langfristigen Erfolg.

In diesem Sinne: Gutes Spiel!

Dr. Holger Bahr leitet seit 2004 die Einheit Volkswirtschaft bei der DekaBank, dem Wertpapierhaus der deutschen Sparkassen-Finanzgruppe, und ist leidenschaftlicher Hobbygolfer (Handicap -11,7).

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