Gedanken zum Coronavirus 1/3: Demut

Golfern und Anlegern hilft Zuversicht

Aufgrund des Coronavirus herrscht Ruhe auf den Golfplätzen. Sämtliche Sportanlagen in Deutschland sind gesperrt, und das zum Saisonstart. Für Volkswirte gibt es demgegenüber derzeit überhaupt keine Ruhe. Seit das Coronavirus so richtig in Europa und den USA angekommen ist, gibt es kein anderes Thema mehr für Konjunktur und Kapitalmärkte. Was gestern noch unwahrscheinlich bis unmöglich erschien, ist heute schon Realität.

Ob Ruhe oder Hektik, vermutlich ist es immer eine gute Idee, sich für einen Moment zurückzunehmen und nachzudenken. Zum Coronavirus und seinen Auswirkungen gibt es viele Aspekte zu bedenken, aus medizinisch-wissenschaftlicher, aus politischer und aus volkswirtschaftlicher Sicht. Dabei bin ich indes auf drei sehr grundsätzliche Punkte gestoßen, die bei aller Neuartigkeit des Coronavirus einen Golfer eben nicht überraschen, da sie zum (erfolgreichen) Spiel gehören, eben nicht neu sind und demzufolge auch im Umgang mit der Corona-Krise und bei der Geldanlage helfen: Demut, Geduld und Verzicht!

In dieser unfreiwillig golffreien Zeit seien diese drei Facetten beim Golfen und Geldanlegen – beginnend mit der Demut – in der gewohnten Analogie als Dreiteiler in diesem Blog bedacht.

Demut

Wer hat es auf dem Golfplatz nicht schon erfahren? Auch Profis, die nach einem Drei-Putt mit gesenktem Haupt das Grün verlassen, müssen anerkennen, dass es trotz aller Vorbereitungen und Konzentration nicht immer wie geplant läuft. Uns Golfern ist auch bei anderen Gelegenheiten auf der Runde sehr wohl bewusst, dass der Ball nicht immer den gewünschten Weg nimmt, wir also in Demut über den Platz gehen sollten, weil die vollständige Kontrolle eben nur eine Illusion ist. Über Fehlschläge kann kein Golfer erfreut sein, auch wenn es ihn nicht vollständig überrascht. Es kann passieren. Und genau das bietet Raum für Gelassenheit und auch für die Zuversicht mit Blick auf den weiteren Verlauf der Golfrunde.

Wenn das Coronavirus uns etwas lehrt, dann ist es Demut. Die Ausbreitung des Virus lässt sich nicht verbieten und ausschließen, wir haben darüber keinesfalls die vollständige Kontrolle. Sie kann geschehen und das Leben erheblich beeinträchtigen. Es gehört offenkundig zu einer von vielen möglichen Entwicklungen, die wir nicht alle vorhersehen und vermeiden können. Auch in Zukunft kann es bei der Geldanlage zu Rückschlägen im Depot kommen, mit denen wir zu leben haben. Dies bedrückt Anleger in dem konkreten Moment ähnlich, wie der Fehlschlag ins Wasser bei einer unerwarteten Windböe den Golfer und seinen Score belastet.

Doch ist Demut für den golfenden Geldanleger eben ein elementarer Bestandteil seines Spiels wie auch seines Lebens. Und damit lebt die Zuversicht, wenn nicht Gewissheit, dass es weitergeht – auch nach zwei schlecht gespielten Löchern und eben auch nach dem Coronavirus. Wir haben nicht alles im Griff, aber nicht kontrollierbare Geschehnisse haben einen temporären Charakter. Mit dieser optimistischen Grundeinstellung freuen wir uns auf den späteren Saisonstart auf dem Golfplatz und auch wieder steigende Aktienkurse, wenn die Produktion in den Unternehmen in der zweiten Jahreshälfte wieder hochgefahren wird und die Einschränkungen des öffentlichen Lebens sukzessive zurückgenommen werden.

In diesem Sinne: Gutes Spiel, sobald es wieder erlaubt ist!

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