Die Wochen der Entscheidung

Max Maximal

Markenbotschafter Max Schmitt kämpft um Finaleinzug

Schweden, Finnland und Frankreich. Drei von vier Stationen auf der European Challenge Tour, die für die deutsche Golfhoffnung Max Schmitt – in den vergangenen Wochen – bereits vor den Finaltagen beendet waren. Mal hauchzart, dann wieder relativ deutlich standen verpasste Cuts für den Tour-Debütanten zu Buche. Lediglich bei den Ireland Open erspielte sich Schmitt mit einem geteilten 67. Platz Preisgeld. Und dennoch sind kaum spielerische Veränderungen zu den, einst so erfolgreichen, Tour-Auftritten als Amateur oder derer zu Jahresbeginn zu verzeichnen. Einzig der Score passt dieser Tage nicht ins Bild. Mit Resultaten von 75 und 72 Schlägen (Cordon Golf Open, Frankreich), einer 70-und 72 ´er Runde in Finnland sowie einer 73 bzw. 74 beim Challenege-Tour Event in Schweden auf der Scorekarte, blieb die Tür zu den Finalrunden meist vernagelt.

Die Komplexität der einzelnen Teilbereiche des Golfsports hat nun auch Max Schmitt mit einer Breitseite erwischt. Funktionieren die Abschläge solide, läuft mitunter der Putter nicht heiß, gelingen die Annäherungen nahezu perfekt, verabschiedet sich der ein oder andere Drive unwillkürlich hin in die Tiefen der ungemütlichsten Golfplatzvegetation. „Tatsächlich ist es aktuell etwas frustrierend. Ich erwische einfach keinen Tag, an dem alles läuft. Meist bringen mich zwei richtig verkorkste Löcher um den Lohn meiner Arbeit“, erzählt Max Schmitt.

Es gilt also geduldig und positiv zu bleiben. Im Endspurt der Saison noch einmal alle Kräfte bündeln und sie auf den Punkt hin zu mobilisieren. Unzählige Sportler vor Schmitt durchliefen ein ähnliches Tal der Tränen und konnten wenig später gestärkt aus diesen schwierigen Phasen heraustreten. Getreu dem Zitat von Johan Gottfried von Herder „Was die Schickung schickt, ertrage! Wer ausharrt wird gekrönt.“ Und dass Schmitt eine Kämpfernatur ist, ist unbestritten. Auch wenn sein Selbstvertrauen in den vergangenen Wochen etwas eingetrübt wurde, so sieht der Newcomer stets die positiven Aspekte in der aktuell schwierigen, aber nicht ausweglosen Situation. „Jeder Spieler fällt mal in ein kleines Loch. Dass es mich direkt in meinem ersten Jahr als Profi erwischt ist nicht schön, aber nun mal nicht zu ändern. Ich werde es schaffen da rauszukommen. Zukünftig wird mir diese Erfahrung dabei helfen, in ähnlichen Situationen zu wissen, wie ich diese Phasen meistern kann“, so Schmitt.

Mitunter sollte, vielleicht sogar muss die Erwartungshaltung an die Nachwuchskräfte, insbesondere im ersten Jahr als Golfprofessional, etwas heruntergefahren werden. Während Amateurgolfer mit etwas Glück jährlich bei den heimischen Clubmeisterschaften so etwas wie Druck ausgesetzt sind, der nicht selten zu Appetitlosigkeit, Schweißausbrüchen und perfekt ausgeführten Shanks führt, stehen die jungen Athleten am Beginn ihrer Karriere und unwillkürlich im wöchentlichen Rampenlicht. Und das nicht im gewohnten Umfeld, sondern als Selbstständiger eigenverantwortlich im Berufsleben.

Kein Grund zur Schwarzmalerei also. Dass die Premierensaison noch einen versöhnlichen Abschluss finden kann, ist zudem nicht ausgeschlossen. So ist der aktuell auf Rang 76 geführte Schmitt nicht gänzlich abgeschlagen von den besten 45 Professionals, die zum Jahresende beim großen Saisonfinale in den Vereinigten Arabischen Emiraten aufteen dürfen. Die nächsten Aufgaben in England und Kasachstan sind ausschlaggebend, ob der 20-jährige vorzeitig die Saison abschließen muss oder doch noch Teil des großen Finals Anfang November sein wird. Zudem hätte Schmitt die Möglichkeit, weitere Punkte bei zwei Turnieren in China zu sammeln. Voraussetzung hierfür ist allerdings eine Ranglistenplatzierung unter den Top 53. Geerdet aber dennoch top motiviert geht Schmitt die Aufgaben an. „Ich habe in dieser Saison ja nichts mehr zu verlieren und kann befreit aufspielen. Mein Kurzspieltraining habe ich etwas intensiviert und hoffe darauf, dass mein Putter die kommenden Wochen nochmal richtig heiß läuft. Zudem pushen mich die zahlreichen Kommentare von Freunden, Bekannten, die mich regelmäßig auf diversen Plattformen erreichen. Auch für sie, meine Familie und die Sponsoren werde ich nochmal alles raushauen und versuchen das Ticket für das Jahresfinale zu lösen“, erklärt ein zielstrebiger Max Schmitt.

Das Deka Golf-Team wünscht ganz viel Erfolg und drückt wie immer alle verfügbaren Daumen.

Foto: DGV/Stebl

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