Wenn auf wilde Tiere fliegende Händler folgen

Markenbotschafter Max Schmitt berichtet von den Extremen seines Tour-Alltags

Das erste Jahr als Jungprofi hat es bekanntermaßen in sich. Nicht nur aus sportlicher Sicht bewegt man sich, mehr oder minder plötzlich, in einem gänzlich neuen Umfeld. Diese Erfahrungen sammelt aktuell auch Max Schmitt, den wir auf seinem Weg durch die Golfwelt hautnah begleiten.

Nun, da die ersten Turniere auf der European Challenge Tour gespielt sind, ist für uns ein guter Zeitpunkt, Max´ erste Eindrücke mit Ihnen zu teilen. Insbesondere dann, wenn die Erlebnisse abseits des Platzes Initiator für einen erfolgreichen Saisonstart sind. Direkt zum Auftakt der European Challenge Tour auf dem afrikanischen Kontinent – den Barclays Kenya Open – war dies der Fall.

Bereits wenige Augenblicke nach Ankunft überfällt viele europäische Golfer die Tatsache, dass Land und Leute gänzlich anders „ticken“ und die Unterschiede zu heimischen Gefilden kaum größer sein könnten. Selbst die Golfplätze sprechen eine andere Sprache und es bedarf einiger Anpassungen, die teilweise hoch gelegenen Anlagen bei großer Hitze zu meistern. Was den Einstieg allerdings wesentlich erleichtern kann, sind die grandiosen Augenblicke, die es mitunter abseits des Platzes zu entdecken gibt. So geschehen bei einer Safari durch die afrikanische Wildnis vor dem ersten Turniertag. „Es war einfach der Wahnsinn. Wasserbüffel, Zebras und Giraffen in freier Wildbahn zu sehen und Tiere hautnah zu erleben die man sonst, wenn überhaupt, aus Dokumentationen im TV kennt, ist schier unbeschreiblich. Dieses Abenteuer hat mich definitiv durch die ersten beiden Turniertage getragen und ich bekomme auch heute noch ein breites Grinsen aufs Gesicht, wenn ich mich daran zurückerinnere“ schwärmt Max.

Generell könnte man das Turnier in Kenia unter der Kategorie „sehr guter Turnierverlauf“ verbuchen. Ein nahezu fehlerfreies Spiel, dank soliden Schwunggefühls, war der Grundstein für die Top-Platzierung gleich zu Beginn des offiziellen Tour-Starts. Dass die Geschehnisse auf- und abseits der Golfanlage neben positiv verstärkten auch ungewohnte Gefühlsausbrüche hervorrufen können, verdeutlichte die Finalrunde. „Zu Beginn hat mir leider ein wenig das Momentum gefehlt. Ich hatte viele gute Schläge aber es war im Nachhinein doch extrem, gleich im ersten Turnier um den Sieg mitspielen zu können. Ich habe gut gekämpft, leider aber in dieser komplett neuen Gefühlswelt die ein oder andere falsche Entscheidung getroffen“, erklärt der Zwanzigjährige. Inwieweit der pompöse Besuch des kenianischen Präsidenten nebst Entourage und seiner gefühlt achtzigköpfigen kampferprobten Leibgarde Einfluss auf das Innenleben unseres Schützlings hatten bleibt unbeantwortet. Das surreale Bild dieser Truppe unmittelbar hinter dem Flight des Deutschen auf den Fairways marschieren zu sehen hat sich jedoch ebenso wie die Sonne Afrikas ins Gedächtnis eingebrannt.

Kulturelle Erfahrungen sammelte die deutsche Golfhoffnung auch wenige Tage später rund um das Turnier der Turkish Airlines Challenge im Gloria Golfclub. Und es scheint ein gutes Omen für den Andernacher zu sein, auf Tuchfühlung mit Land und Leuten zu gehen. So blieben Markt- bzw. Stadtbesuche mit deutschen Teamkollegen nachhaltig in Erinnerung. „Es war ein skurriles aber auch lustiges Erlebnis mit den Jungs durch die City zu flanieren und mehr oder minder durchgehend von Händlern bedrängt zu werden Taschen, Sonnenbrillen oder Schuhe zu kaufen. Natürlich alles original Markenware zu Spottpreisen“ verriet Max augenzwinkernd.

Bei nahezu perfekten Bedingungen über die gesamte Spielzeit folgt der zweite großartige Auftritt des Newcomers bei seinem zweiten Turnier als Profi. Rückblickend sorgt ein solider Einstieg in das Turnier für die nötige Sicherheit und führt zu einer kontinuierlichen Steigerung im Turnierverlauf, die in der Endabrechnung mit einem hervorragenden geteilten 4. Platz belohnt wird. „Ich habe mich wirklich sehr wohl gefühlt und von der Performance her nahezu perfektes Golf abgeliefert. Ein wirklich astreines Turnier mit einer Menge Spaß im Gepäck“, beschreibt Max die Turnierwoche rückblickend.

Dass es auch Rückschläge zu verzeichnen gilt, verdeutlichen die darauffolgenden Turniere in Südeuropa. Bereits mit leichter Erkältung zur Challenge de Espana nahe der Stadt Bilbao gereist, sorgte ungewöhnlich schlechtes, kaltes und regnerisches Wetter für erschwerte Bedingungen und wahrlich nicht für einen Energieschub. Das Ergebnis: Krankheitsbedingte Turnierabsage nach Runde 1. „Ich habe alles versucht und mich durch die erste Runde gequält. Am zweiten Tag konnte ich leider nicht mehr antreten da mein Körper völlig gestreikt hat“, so Max. So ersetzten Fieber und starke Halsschmerzen das Golfspielen und Sightseeing. Auch die sehr weiten Wege – rund dreißig Kilometer – in den nächsten Supermarkt oder die gelebte Zivilisation mit Restaurants und Apotheken erschwerten eine rasche Regeneration.

Gesundheitlich wieder besser in Form, allerdings noch immer etwas ausgelaugt und mental nicht auf der Höhe, reichte es in der darauffolgenden Woche leider nicht für den Cut und die Berechtigung zur Teilnahme an den Finalrunden. Dennoch lieferte das Turnier in Portugal wichtige Erkenntnisse auf dem Weg zur Vorbereitung auf anstehende Events. „Ich habe die zwei Wochen Pause genutzt um mich perfekt vorzubereiten, zu regenerieren und Zeit mit der Familie und Freunden verbracht. Körper und Geist laufen wieder rund. Jetzt will ich versuchen an die starken Leistungen von Kenia und der Türkei anzuknüpfen und wertvolle Punkte im Ranking sammeln“ erzählt Max in positiver Vorfreude im Hinblick auf das Turnier in der Schweiz. Sicherlich erwartet ihn kein kultureller Weckruf wie zu Beginn der Saison, dennoch sollte sich nahe dem schweizweit größten Golf Resorts ein kulturelles Abenteuer verbergen. Das Gute liegt bekanntlich ganz nah. Und wenn es der Besuch einer Schokoladenfabrik ist.

Auch zukünftig begleiten wir Max auf seinem Weg als Golfprofessional. Wir wünschen Ihnen viel Spaß beim Lesen und Max viel Erfolg für die anstehenden Turniere in Europa.
Ihr Deka Golf-Team

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