War 2016 ein „gebrauchtes“ Jahr für Martin Kaymer und Wertpapieranleger?

Golfen und Geldanlegen – sympathische Parallelwelten

Woran macht man fest, ob die Bilanz eines Jahres gut oder schlecht ist? Nehmen wir einmal das Jahr 2016. Sollten die absoluten Ergebnisse herangezogen werden, oder doch lieber ein relativer Vergleich von Resultaten gemessen an den Erwartungen, oder sollten wir negative Überraschungen des Jahres heranziehen, um es in die Kategorie „gebrauchtes“ Jahr zu klassifizieren, also ein Jahr, dass man so nicht noch einmal erleben möchte?

Sicherlich versprach sich Martin Kaymer mehr von 2016. Anstatt lediglich beim einen oder anderen Turnier dabei zu sein, ging der Golfer zum Jahresstart sicherlich noch davon aus den einen oder anderen Sieg auf der Tour, bei den Majors, bei Olympia und beim Ryder Cup einzufahren. Doch es kam anders: Kein Turniersieg ist herausgesprungen und trotz acht Top-Ten-Resultaten rutschte Kaymer sogar aus den Top-50 der Weltrangliste heraus, was ihn den Start bei den US-Masters kosten kann. Das hört sich schlimm an, wird aber durch erspielte Preisgelder von über 1,6 Millionen Euro erträglicher. Das Jahr 2016 fühlt sich vermutlich schlechter an, als es tatsächlich war, zumal Kaymer selbst mit seinem Spiel in der zweiten Saisonhälfte nicht soooo unzufrieden war.

Soweit so gut. Wertpapieranleger mögen sich bei der Bilanz für 2016 ebenfalls kaum als Sieger fühlen. Anfang des Jahres fiel in China ein Sack Reis um und der Deutsche Aktienindex DAX verlor in sechs Wochen rund 2000 Punkte. Zur Jahresmitte entschieden sich die Briten überraschend für den Ausstieg aus der Europäischen Union. Und als wenn dieses ‚Brexit-Votum‘ nicht schon schlimm genug gewesen wäre, wählten die Amerikaner auch noch Donald Trump zu ihrem neuen Präsidenten. Politische Unsicherheit ist der Euphemismus für die Unkalkulierbarkeit bei Wahlen und Referenden, die wie ein Schleier der Unsicherheit über der Konjunktur und den Kapitalmärkten lag. Im – durch Notenbanken verursachten – Nullzinsumfeld mochte man kaum über Anlageperspektiven nachdenken. Selbst niedrig angesetzte Erwartungen schienen noch unterboten worden zu sein. Aber mal ganz nüchtern betrachtet, beendet der DAX das Jahr 2016 bei mehr als 11.000 Punkten und damit über dem Niveau zu Jahresbeginn. Festverzinsliche Rentenpapiere gaben im weniger bonitätsstarken Unternehmensanleihesegment und in den Emerging Markets Möglichkeiten, eine hinreichend positive Rendite zu erzielen.

Alles in allem wird man also dem Jahr 2016 nicht gerecht, es als „gebrauchtes“ Jahr zu bezeichnen, nur weil es nicht herausragend positiv verlaufen ist und einige Überraschungen enthalten hat. Am Ende war es für Anleger eine gute Entscheidung, im Kapitalmarkt investiert gewesen zu sein, ebenso wie für Martin Kaymer und mich richtig war, auf schönen Wiesen am Golfspiel gearbeitet zu haben, auch ohne Turniersieg und einem in die falsche Richtung veränderten Handicap. Versöhnen wir uns doch mit den nunmehr zwölf zurückliegenden Monaten und richten den Blick schon jetzt fest auf die neue Golfsaison und das nächste Anlagejahr 2017.
In diesem Sinne: Gutes Spiel!

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