50 Tage bis Rio – Ein golferischer Ausblick zwischen Bangen und Hoffen

50 Tage bis Rio – Ein golferischer Ausblick zwischen Bangen und Hoffen

Endlich ist es (wieder) soweit. Golf ist nach 112 Jahren der Abstinenz Bestandteil der Olympischen Spiele. Die Geburtsstunde im Jahre 1900 verlief alles andere als wünschenswert. Die Spiele der II Olympiade, so die damalige Bezeichnung, die parallel zur bedeutenden Weltausstellung in Paris stattfanden, wurden mit überwiegendem Desinteresse abgestraft. Was eher schleppend begann, sollte auch vier Jahre später in St. Louis keine Massen begeistern, geschweige denn eine Initialzündung für eine lange Olympiageschichte darstellen. Als sich im Jahre 1908 sogar ein Mangel an interessierten Teilnehmern abzeichnete, wurde das olympische Golf-Geschichtsbuch bereits zugeklappt, bevor auch nur ein erstes ernsthaftes Kapitel niedergeschrieben war.

Zeit für einen Neustart am Fuße des Zuckerhuts. Für die weltweit Beachtung findende Großveranstaltung, die vom 05.-21.08. ausgetragen wird, bekam mit Rio erstmals eine Stadt in Südamerika den Zuschlag. Eine zweite verdiente Chance für den Golfsport also, oder nur ein unberechtigter Ruf nach Aufmerksamkeit? Argumentativ finden sicherlich Fürsprecher als auch Gegner ausreichend Futter, um ihre Meinung zu nähren. Und wir, als Träger der vielzitierten „Golfbrille“, möchten erst gar nicht tiefgründig auf diese Thematik eingehen. Abzuwarten bleibt allerdings, inwieweit der gewählte Einzel-Zählspielmodus für Golf-Laien emotional und mitreißend transportiert werden kann. Sicherlich wäre ein Teamwettbewerb im Lochspielmodus einfacher zu erklären und hinsichtlich der Telegenität etwas moderner aufzubereiten. Andererseits lebt der Golfsport von seiner Tradition, den Werten und Etiketten, und bereits Golfbegeisterte benötigen wahrlich keine Sondereinladung, sondern haben die Golf-Olympiatage bereits rot im Kalender angestrichen. Schon in wenigen Wochen wissen wir, ob der Golfsport die nötige Performance abliefern konnte, um Sportarten wie Hockey, Schwimmen oder Boxen deutlich den Rang abzulaufen. Wir wünschen uns mitreißende Bilder, unserem Olympia-Team viel Erfolg und Rio friedliche Spiele.

Nachfolgend finden Sie ganz aktuell noch ein paar Zahlen und Fakten zum Großereignis:
Automatisch startberechtigt sind alle Sportler der Top 15 der offiziellen Weltrangliste zum 11. Juli, allerdings nicht mehr als vier Spieler eines nationalen Verbands. Die restlichen Plätze werden entsprechend der Weltranglistenplatzierung 16+ aufgefüllt, wobei generell die Teilnehmerzahl von acht Startern aus einem Land nicht überschritten werden darf. Durch den sogenannten „Host-Country Place“ wird bei Nichtqualifikation einem brasilianischen Golfer bzw. einer Golferin ein Startplatz garantiert. Zudem wird in beiden Wettbewerben ein Startplatz für einen Athleten eines jeden Kontinents sichergestellt. Medaillen gewinnen die Spieler/innen mit der niedrigsten Schlagzahl nach vier gespielten Runden. Nach derzeitigem Stand des Olympic Golf Rankings gehen für die Bundesrepublik Deutschland Martin Kaymer, Alex Cejka, Sandra Gal und Caroline Masson an den Start. Für das Golfturnier im Zeichen der Ringe dürfen sich zudem Maximilian Kieffer und Marcel Siem berechtigte Hoffnungen machen.

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